„Revitalisierung der Konversionsfläche Altstadtkaserne im Bereich Günthers Ruh in Marienberg"
Das Gebäudeensemble, welches ehemals zur Erzgebirgskaserne Marienberg gehörte und auch als „Altstadtkaserne“ bezeichnet wird, besteht aus sechs Gebäuden, die einen großen Innenhof umschließen. Die Nutzung des Areals begann als Standort eines Infanterieregiments.
Ab 1873 waren dort eine Unteroffizierschule sowie -vorschule untergebracht. Seit 1920 wurden die Gebäude vielfältig zivil genutzt, so für private Wohnzwecke, für Schulen, das Heimatmuseum und gewerblich. 1933 zog der Arbeitsdienst ein. Ab 1934 begann zunächst die Räumung der Wohnungen. Im Jahr 1939 erfolgte die Übergabe der Kasernen an die Wehrmacht, 1940 die Eröffnung der Heeresunteroffiziervorschule.
Nach dem zweiten Weltkrieg diente das Grundstück vorübergehend als Flüchtlingslager sowie als Durchgangslager für Bergarbeiter der Wismut AG, die sich hier auch Verwaltungsräume einrichtete und eine Klaubeanlage (Sortieranlage) betrieb.
Seit 1952 ist Marienberg wieder Garnisonstadt, zunächst in Form der Kasernierten Volkspolizei, die 1956 durch Panzertruppen und später das Mot.-Schützenregiment der NVA abgelöst wurde. Die baulichen Erweiterungen des Kasernenareals in Marienberg führten dazu, dass der historische Teil der Kaserne im Jahre 2002 von der Bundeswehr aufgegeben wurde.
Die Stadt Marienberg erwarb im Jahre 2010 das Grundstück und stellte am 15.01.2010 Antrag auf Förderung für den Rückbau der brachliegenden und nicht mehr zu nutzenden Gebäude.
Am 25.05.2010 erhielt die Große Kreisstadt Marienberg für die beantragte Maßnahme Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung in der Förderperiode 2007 bis 2013.
Nach erfolgter öffentlicher Ausschreibung erhielt die Firma Richter Triga GmbH &Co.KG Zwönitz den Zuschlag.
Am 23.08.2010 wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen und Ende Oktober waren alle Gebäude abgebrochen und der anfallende Bauschutt wurde entsorgt
Im Anschluss an die Abbrucharbeiten soll das freigelegte Grundstück nach dem
erarbeiteten Gestaltungsplan neu hergerichtet werden.
Dabei wurde die bestehende Natursteinstützmauer instandgesetzt und ein Teil neu errichtet.
Vor dieser Mauer entstehen neue Parkmöglichkeiten und eine Grünfläche mit Bäumen und eine Aufenthaltsfläche mit Spielgeräten.
Durch den zeitigen Wintereinbruch 2010 haben sich die Fertigstellungszeiten verschoben, so dass Ende Juli 2011 das Vorhaben abgeschlossen sein wird.
Doch am 07.07.2011 konnten die neugestalteten Flächen von der Baufirma an die Stadtverwaltung Marienberg übergeben werden.
Im Anschluss der Bauarbeiten konnte auf der Grünfläche vor der Natursteinmauer ein kleiner Spielplatz errichtet. Eine Federwippe, ein Trampolin und ein Reck sollen die Kinder der Stadt einladen sich hier wohl zu fühlen. Auch die neu aufgestellten Bänke laden Alt und Jung zum Verweilen ein. Für den Winter wurde der Hang als kleine Rodelbahn für unsere jüngsten Bürger angelegt. Der fußläufige Verbindungsweg zwischen historischer Altstadt und dem Neubaugebiet wird im September 2011 fertiggestellt. Die Errichtung eines kleinen Bolzplatzes wurde bereits vorbereitet. Die Fertigstellung ist im nächsten Jahr geplant und bildet den Abschluss der Neugestaltung des Gesamtareals.
Am 31.08.2011 hat der Innenminister des Freistaates Sachsen, Markus Ulbig, den Förderbescheid zur Sanierung der zwei denkmalgeschützten Altstadtkasernen persönlich dem Oberbürgermeister übergeben. Da sich die zu sanierenden Gebäude in unmittelbarer Nähe an dem neu gestalteten Stadtquartier befinden, wurde die Einweihung auch an diesem Tage vorgenommen.
Mit dem Pflanzen eines Baumes im Gelände sollte symbolisch auch der Bogen in die Zukunft gespannt werden. Die Kinder der Kindestagesstätte „Knirpsenhaus“ unterstützten den Innenminister und Oberbürgermeister tatkräftig bei dieser Aktion.
Baubeginn:
Abriss Ende Juni
Grundsteinlegung:
25.08.2009
Geplante Fertigstellung:
Juli 2010 (Schuljahresbeginn)
Vorläufige Baukosten:
1.245.600,00 €
FÖM:
996.480,00 € (80%)
Förderung:
Im Rahmen des Konjunkturpaketes II durch den Bund über das Zukunftsinvestitionsgesetz gefördert und durch den Freistaat Sachsen kofinanziert.