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Freistaat Sachsen rettet historisches Bergbaudenkmal

Umfangreiche Sanierung des Grünen Grabens im Schwarzwassertal wird weitergeführt

Der Forstbezirk Marienberg (Sachsenforst) führt die umfangreiche bauliche Sanierung der Grabenufer und des beliebten Wanderweges am Grünen Graben im Schwarzwassertal bei Marienberg weiter. Möglich wurden die Maßnahmen durch zusätzliche Mittel aus dem Sofortprogramm START 2020, das die sächsische Staatsregierung zum Beginn der aktuellen Legislaturperiode unter anderem für die Verbesserung der touristischen Infrastruktur bereitgestellt hatte. Der Freistaat investiert in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt 2,95 Millionen Euro Landesmittel in das Projekt.

Forstminister Wolfram Günther: »Wir sanieren mit dem Grünen Graben ein bedeutendes Denkmal der Bergbaugeschichte. Die dringend notwendige Wiederherstellung weist über die Region hinaus. Der Freistaat Sachsen beweist hier, dass ihm der Erhalt der Montanregion Erzgebirge als UNESCO-Weltkulturerbe ebenso am Herzen liegt wie die Förderung von Naturerleben und Tourismus. Schutz und Nutzung gehören für mich zusammen. Es ist ein wichtiges Zeichen, das wir auch in einer schwierigen Haushaltssituation Projekte wie dieses unterstützen, nicht zuletzt auf landeseigenen Flächen. Besonders freue ich mich, dass von der Sanierung regionale Unternehmen und Handwerk profitieren.«

Der Grüne Graben zwischen den Marienberger Ortsteilen Kühnhaide und Pobershau ist nicht nur als eindrucksvolles technisches Monument der Bergbaugeschichte bekannt, sondern als Kulturdenkmal gesetzlich geschützt. Mit dem uferseitigen Wanderweg gilt er als ein »touristisches Highlight« im mittleren Erzgebirge.

Besonders unterstützt wird das Vorhaben durch die Stadt Marienberg, auf deren Gebiet der Grüne Graben verläuft. Sie setzt sich seit langem für die Sanierung und den dauerhaften Erhalt des im 17. Jahrhundert errichteten, insgesamt etwa acht Kilometer langen bergmännischen Zeuggrabens ein. Dieser leitete seinerzeit das aus der Schwarzen Pockau abgeleitete so genannte Aufschlagwasser zum Antrieb von Erzwäschen und Pochwerken nach Pobershau.

Oberbürgermeister André Heinrich: »Die Sanierung des Grünen Grabens ist eine wichtige und dringend erforderliche Maßnahme zum Erhalt und zur weiteren touristischen Ertüchtigung unserer Bergbaudenkmale in der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří. Ich freue mich, dass in Kooperation zwischen dem Staatsbetrieb Sachsenforst und der Bergstadt Marienberg nunmehr der 2. Bauabschnitt zur Instandsetzung dieses bedeutenden Sachzeugen des Silber- und Zinnerzbergbaus im Gebiet um Pobershau begonnen werden konnte.«

Der erste Bauabschnitt bis zum Forststeig wurde 2017 bereits von der Stadt Marienberg realisiert. Das aktuelle, in zwei Bauabschnitte gegliederte Vorhaben erstreckt sich auf einer Länge von insgesamt rund 2,7 Kilometern. Ausführungsplanung, Bauleitung und Bauausführung erfolgen durch regionale Unternehmen. Der Abschluss ist für 2022 vorgesehen. Zu einem späteren Zeitpunkt steht noch die Sanierung des vierten und letzten Bauabschnittes bis zum Parkplatz am Katzenstein bei Pobershau an.

Die aktuellen Maßnahmen betreffen den Abschnitt zwischen dem Forststeig am Eingang des Schwarzwassertals (Tal der Schwarzen Pockau) bei Kühnhaide über den Neubrückenweg bis zu einem Felsplateau westlich des Flusses. Die Waldwege zwischen der Pobershauer bzw. Kühnhaidener Straße und den oberen Grabenbereichen zwischen den Zuflüssen »Wellnerbach« und »Kroatenbach« wurden bereits auf einer Länge von 590 Metern befestigt. Die Befestigung ist notwendig, da die Baustelle nicht oder nur eingeschränkt mit Bau- und Lieferfahrzeugen erreichbar ist. Gleichzeitig müssen die naturschutzfachlich wie auch landschaftlich wertvollen Wiesen in der Talaue der Schwarzen Pockau unbedingt vor Beeinträchtigungen geschützt werden.

Derzeit läuft die Sanierung des seinerzeit mit Natursteinen bzw. als Trockenmauer errichteten, talseitigen Grabenufers. Bisher konnten etwa fünf laufende Meter Trockenmauer saniert sowie etwa 160 laufende Meter Steinsatz-Ufer erneuert werden. Gleichzeitig wurde der uferbegleitende Wanderweg auf etwa 100 Metern Länge stabilisiert. Demnächst wird die Wiederherstellung des ursprünglichen hölzernen Grabenverbaus beginnen. Bis zum Jahresende sollen der zweite Bauabschnitt bis zum Neubrückenweg im Wesentlichen fertiggestellt und der sich anschließende dritte Bauabschnitt bis zum Stellplatz »Kaffee-Kurt« begonnen werden.

Wegen der schwierigen Geländeverhältnisse, der geringen Wegbreite des grabenbegleitenden Wanderweges sowie des Schutzes der angrenzenden und teilweise sehr wertvollen Wald- und Wiesenflächen können die Bauarbeiten nur mit angepasster Kleintechnik in Vor-Kopf-Bauweise vorangetrieben werden. Aus diesem Grund sowie aus Sicherheitsgründen ist der Wanderweg während der Bauarbeiten für Besucher gesperrt. Die örtliche Umleitung verläuft über den Neubrückenweg zum Schwarzwassertalweg und auf diesem in südlicher Richtung bis zum Wanderparkplatz am Ortsausgang Kühnhaide. Von dort folgt man dem Fußweg an der S 216 (Kühnhaidner Hauptstraße) bis zum Beginn des bereits sanierten Grüner-Graben-Wanderweges und gelangt auf diesem zum Forststeig und damit zurück zum markierten Wanderweg.

PM Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft