Einweihung des sanierten „Grünen Grabens“ im Schwarzwassertal
Nach rund fünf Jahren Bauzeit ist am Donnerstag (21.05.2026) der historische »Grüne Graben« im Schwarzwassertal im Erzgebirge offiziell wiedereröffnet worden. Damit ist das einmalige Kulturdenkmal nach aufwändiger Sanierung wieder für die Öffentlichkeit vollständig zugänglich und erlebbar. An der feierlichen Einweihung und einer geführten Fachwanderung nahmen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Forstminister Georg-Ludwig von Breitenbuch und der Marienberger Oberbürgermeister André Heinrich teil. Der rund acht Kilometer lange Wassergraben zählt zu den bedeutendsten technischen Denkmalen der Bergbaugeschichte des Erzgebirges und ist als montanhistorisches Denkmal geschützt. Bauherr und Auftraggeber der Baumaßnahme ist der Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Marienberg, mit Unterstützung der Großen Kreisstadt Marienberg.
Ministerpräsident Michael Kretschmer: »Die Vollendung des Bauvorhabens ›Grüner Graben‹ ist ein starkes Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit unserem kulturellen Erbe. Durch die Freigabe des letzten Abschnitts erhalten die Menschen im Erzgebirge einen beliebten Wanderweg zurück. Der Erhalt dieses bedeutenden Denkmals, das bergmännische Wasserbaukunst bewahrt, ist zugleich ein wichtiges Stück sächsischer Bergbaugeschichte für kommende Generationen. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten für ihr langjähriges Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz.«
Forstminister Georg-Ludwig von Breitenbuch: »Mit dem ›Grünen Graben‹ ist ein Meisterstück des technischen Könnens unserer Vorfahren in der Montanregion wiedererstanden. Im Rahmen der nachhaltigen und multifunktionalen Bewirtschaftung des Staatswaldes ist uns der Erhalt historischer Bauwerke im Wald ein außerordentlich wichtiges Anliegen. Besonders freut mich, dass bei der Sanierung von Brücken und Hangbefestigungen der nachhaltige Baustoff Holz umfassend zum Einsatz kam. Die erfolgreiche Maßnahme ist das Werk vieler Engagierter und Ergebnis der hervorragenden Zusammenarbeit insbesondere vom Forstbezirk Marienberg und der Stadt Marienberg. Ihnen und den ausführenden Unternehmen sowie Genehmigungsbehörden gilt mein großer Dank. Sie haben mit ihrer Arbeit dazu beigetragen, dieses Kulturdenkmal mit seiner wunderbaren Kombination von Natur und alter Technik für die Menschen aus der Region und für Besucher zu erhalten.«
Ingo Reinhold, Leiter Forstbezirk Marienberg: »Ich freue mich sehr darüber, dass wir als Verwalter und Bewirtschafter der landeseigenen Wälder am ›Grünen Graben‹ mit der heutigen Wiedereröffnung ein Versprechen einlösen können, das wir der Stadt Marienberg vor etwa zwölf Jahren gegeben haben – alles Notwendige dafür zu tun, dass der ›Grüne Graben‹ als bedeutendes Denkmal der Bergbaugeschichte im mittleren Erzgebirge dauerhaft erhalten bleibt und sich Einwohner und Gäste der Stadt daran erfreuen können.«
Der »Grüne Graben« ist ein im 17. Jahrhundert angelegter Wassergraben, für den Wasser bei Kühnhaide aus der »Schwarzen Pockau« abgezweigt und über die Wasserscheide nach Pobershau geleitet wurde, um Antriebsenergie für Bergwerksanlagen zu gewinnen. Heute ist die Anlage, an dem ein Wanderweg mit beeindruckenden Aussichtspunkten entlangführt, als »technisches Denkmal« geschützt und Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes »Montanregion Erzgebirge«.
Die Sanierungsarbeiten, die überwiegend von heimischen Bauunternehmen ausgeführt wurden, begannen im Jahr 2021. Dabei wurden das Grabenprofil sowie Mauern wiederhergestellt, Böschungen befestigt und Zuflüsse saniert. Zudem sind bestehende Fußgängerbrücken zur Grabenquerung erneuert und weitere fünf neu gebaut worden, unter anderem unter Verwendung von Robinienholz. Der Freistaat Sachsen stellte für die Sanierung der etwa sechs Kilometer langen, auf landeseigenen Waldflächen gelegenen Abschnitte des Grabens etwa drei Millionen Euro zur Verfügung. Finanziert wurden die Restaurierungsarbeiten aus Mitteln des Sofortprogramms START 2020 sächsischen Staatsregierung.
Teilwiedereröffnung des „Grünen Grabens“ in Kühnhaide
Der bis heute wasserführende, weitgehend original erhaltene „Grüne Graben“ ist einer der wichtigsten Sachzeugen des Silber- und Zinnerzbergbaus im Gebiet um Pobershau. Er steht beispielhaft für die wasserwirtschaftlichen Anlagen des Marienberger Bergbaugebietes. Im 17. Jahrhundert angelegt, diente der acht Kilometer lange Kunstgraben zur Wasserversorgung der Bergwerke, Erzpochwerke und Erzwäschen. Ab dem 19. Jahrhundert wurde er für die Wasserversorgung der aufstrebenden Industrie der Region genutzt.
Seit 2015 bemühten sich die Stadtverwaltung Marienberg gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst über verschiedene Förderprogramme den „Grünen Graben“ zu sanieren und damit zu erhalten. Dabei gab es viele Rückschläge hinzunehmen und behördliche Hürden zu überwinden. Letztlich war es dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer zu verdanken, dass eine Finanzierungsmöglichkeit gefunden wurde, um das Projekt zu verwirklichen. Nach einem Treffen mit Oberbürgermeister André Heinrich im Frühjahr 2020 wurden über den sächsischen Haushalt finanzielle Mittel zur Erhaltung bereitgestellt. Im vergangenen Jahr begannen dann endlich die umfangreichen Sanierungsarbeiten dieses einzigartigen Technikdenkmals der Bergbaugeschichte im Erzgebirge durch die Bauunternehmung Florian Bräuer aus Lengefeld.
40 % der Instandsetzung ist bereits geschafft, jetzt gehen die Arbeiten bis zum Herbst 2023 in die finale Phase. Damit leisten die Stadt Marienberg, der Sachsenforst und der Freistaat Sachsen einen wichtigen Beitrag zur Förderung unseres UNESCO-Welterbes Montanregion Erzgebirge.
Der Einladung zur ersten Teilwiedereröffnung des „Grünen Grabens“ in Kühnhaide folgten unter anderem der Ministerpräsident, Vertreter vom Sachsenforst sowie Schüler und Lehrer des Gymnasium Marienberg und der ehrenamtliche Grabensteiger Herr Seifert. Ihm gilt ein besonderer Dank, da er für Ordnung und Sauberkeit und damit auch dem Erhalt des Wasserlaufes sorgt. Die Schülerinnen und Schüler nutzen die Möglichkeit, um mit Michael Kretschmer über aktuelle Themen wie Klimaschutz oder gesunde und regionale Essensversorgung in Schulkantinen ins Gespräch zu kommen.
Sanierung des „Grünen Grabens“ geht in finale Phase
Historisches Bergbaudenkmal leistet wirksamen Beitrag zum Weltkulturerbe
Die Bauarbeiten zur Restaurierung des „Grünen Grabens“ und des uferseitigen Wanderweges oberhalb der Schwarzen Pockau bei Marienberg werden fortgesetzt. Mit der Vorbereitung des vierten, letzten und aufwändigsten Bauabschnittes wird jetzt das historische Bergbaudenkmal vom Wassertretbecken am Katzenstein bei Pobershau entgegen der Fließrichtung bis zum „Kaffee-Kurt“ saniert. Der Abschluss des Projektes ist im Herbst 2023 geplant. Insgesamt investiert der Freistaat in der Region rund 2,9 Mio. Euro.
Forstminister Wolfram Günther: „Ich freue mich, dass wir mit den Arbeiten an diesem wichtigen Bauabschnitt einen großen Schritt bei der Sanierung des Grünen Grabens vorankommen. Die Wiederherstellung und der Erhalt dieses einzigartigen Denkmals der Bergbaugeschichte und beliebten Wanderziels im ehemaligen Marienberger Revier ist ein Zeichen über Sachsen hinaus. Sachsenforst leistet damit einen wirksamen Beitrag zur Förderung des UNESCO-Welterbes Montanregion Erzgebirge. Von der Sanierung profitieren nicht zuletzt auch regionale Unternehmen und das Handwerk.“
Denkmalgeschütztes Zeugnis der Bergbautätigkeit
Bereits im April 2022 wurden zudem die Sanierungsarbeiten zwischen den Einmündungen des Wellnerbaches und des Kroatenbaches, die im Dezember 2021 witterungsbedingt unterbrochen werden mussten, wiederaufgenommen. Nach deren Abschluss ist die Weiterführung stromabwärts in Rich-tung Wegekreuzung Neubrückenweg geplant. Parallel dazu hat auch die Sanierung des Grabendurchlasses am Neubrückenweg begonnen. Zusammen mit dem bereits 2021 fertiggestellten Grabenabschnitt von der Ortslage Kühnhaide bis zum Wellnerbach sollen der historische Bergbaugraben und der begleitende Wanderweg zwischen Kühnhaide und dem Stellplatz des Wandercafés „Kaffee-Kurt“ bis zum Herbst 2022 durchgehend erneuert und für Wanderfreunde benutzbar sein.
Die Bauarbeiten werden vom einem leistungsfähigen Bauunternehmen aus Pockau-Lengefeld mit Unterstützung weiterer Firmen und Nachauftragnehmer ausgeführt und von einem renommierten Ingenieurbüro aus Chemnitz überwacht und begleitet. Während der Arbeiten muss der schmale Wanderweg am Grünen Graben aus Sicherheitsgründen und wegen der erforderlichen Baufreiheit zeitweise gesperrt werden. Teilabschnitte des Weges bleiben jedoch begehbar. Wanderinnen und Wanderer werden gebeten, die ausge-schilderten Umleitungsrouten zu benutzen. Eine Übersichtskarte der geplanten Umleitungen ist als Anlage beigefügt. Demnächst sollen die begehbaren Wegeabschnitte und Umleitungsrouten auch online auf einschlägigen Wander-Geoportalen eingesehen werden können bzw. zum Download zur Verfügung stehen.
Hintergrund Grüner Graben
Der circa acht Kilometer lange „Grüne Graben“ stellt eines der bedeutendsten Denkmale der Bergbaugeschichte des sächsischen und böhmischen Erzgebirges dar und ist als montanhistorisches Denkmal geschützt.
Bauherr und Auftraggeber der Baumaßnahme ist Sachsenforst, Forstbezirk Marienberg, mit Unterstützung der Großen Kreisstadt Marienberg. Der erste Bauabschnitt von der Ausleitung aus der Schwarzen Pockau bis zum Forststeig wurde bereits von der Stadt Marienberg instandgesetzt. Finanziert werden die Restaurierungsarbeiten aus Mitteln des Sofortprogramms START 2020 der sächsischen Staatsregierung.
Weitere Informationen finden Sie unter www.sachsenforst.de.
Die Umleitung ist ausgeschildert und kann hier heruntergeladen werden.